Das Jahr ohne Sommer

Schnee im Libanon

Der extreme Januar 1709

Der miserable Sommer 1980

© Wolfgang Rammacher, Januar 2004 / Dezember 2011
    E-Mail: wrammacher@online.de

Hinweise auf Literaturzitate/Online-Quellen stehen im Text in eckigen Klammern, Hinweise auf Anmerkungen in runden Klammern, beides am Ende des Artikels zu finden.



Napoleon und das Wetter 1812



Die Jahre 1812 - 1815 waren entscheidend für das Schicksal Napoleons: in drei Jahren verlor er durch drei für ihn katastrophal verlaufende Feldzüge alles, was er sich in den 15 Jahren davor zusammenerobert hatte. Und bei jedem dieser Feldzüge spielte das Wetter eine wirklich kriegsentscheidende Rolle, vor allem aber bei seinem Russland-Feldzug 1812!

Napoleons Invasion Russlands im Jahre 1812 ist wohl das berühmteste Beispiel eines Feldzuges, der nicht durch Schlachten, sondern durch Land und Wetter entschieden wurde. Die sich in den russischen Weiten tot laufende Invasionsarmee, die schließlich vom hereinbrechenden harten Winter in die Knie gezwungen wird - das ist das „klassische“ überlieferte Bild dieses Krieges. Ist so auch keineswegs falsch beschrieben, aber eben nur ein Teil der Wahrheit, genauer gesagt nur ein Viertel davon. Man kann die Katastrophe der napoleonischen Truppen nämlich einigermaßen sicher in Zahlen ausdrücken: als die Armee Mitte September 1812 Moskau erreichte, hatte sie in den zurückliegenden drei Monaten schon rund 75% ihrer ursprünglichen Gesamtstärke verloren! Ein enormer Schwund, und dies alles im russischen Sommer - der Rückzug im einbrechenden Winter gab einer schon stark reduzierten Armee dann nur noch den Rest [1,2,3].

Auf den ersten Blick verwundert es schon, daß ausgerechnet der Sommer 1812 so mörderisch gewesen sein soll; die Temperatur-Anomalie-Diagramme für diesen Sommer zeigen zwar einen in West- und Mitteleuropa meist zu kühlen , in Osteuropa und speziell Rußland (St. Petersburg) aber einen moderat zu warmen Sommer. Insgesamt nichts wirklich auffälliges. Wie wir sehen werden, sieht es jedoch bei Betrachtung der Tagesreihen schon etwas anders aus (und liefert damit wieder ein gutes Beispiel, wie überaus nützlich solche Reihen auch für Historiker sein können). Glücklicherweise gibt es für St. Petersburg seit 1753 tägliche Temperaturdaten, wenn auch für die Mehrzahl der Jahre nur Tagesmittelwerte [4]. Die Moskauer Reihe (Monatsmittelwerte) hat leider zwischen 1792 und 1820 eine Lücke und ist somit hier nicht nutzbar. Für Wilna liegen für 1812 aber noch Monatsmittelwerte der Temperatur vor, die sich ebenfalls noch als hilfreich erweisen werden [5].

Ende Juni 1812 hatte Napoleon in Ostpreussen eine für jene Zeit gigantische Armee von 400 - 500000 Mann für die Invasion Russlands zusammengezogen - aber nicht nur Franzosen (nur etwa 1/3), sondern auch viele Deutsche, Polen, Italiener usw, eine multinationale Truppe also. Am 23. 6. begann dann die Invasion mit der Überschreitung des Njemen, nicht weit von Tilsit entfernt, wo sich Zar Alexander und Napoleon nur fünf Jahre zuvor ewige Freundschaft geschworen hatten. Der rein geographische Verlauf des Feldzugs ist in nebenstehendem Bild 1 dargestellt. St. Petersburg ist zwar, wie man sieht, rund 600 km von den Geschehnissen entfernt, aber eine andere tägliche Temperaturmeßreihe für dieses Gebiet (und diese Zeit) ist leider nicht vorhanden (1) - allerdings dürften, jedenfalls für die wettermäßig entscheidenden Phasen, die Unterschiede zumindest der Großwetterlage zwischen St. Petersburg und Moskau bzw. Wilna nicht so groß sein. Ursprünglich hatte Napoleon nicht unbedingt vor, bis nach Moskau zu ziehen - vielmehr ging es ihm hauptsächlich darum, die russische Armee zu einer großen, kriegsentscheidenden Schlacht zu stellen und dann zu vernichten. Aber die russischen Generäle verweigerten erstmal die Schlacht, und so drang Napoleon, in Verfolgung der gegnerischen Armee und auf der Suche nach der großen Schlacht, immer tiefer nach Russland ein. Bei Borodino, am 7. September, bekam er sie dann, seine „große“ Schlacht. Ein fürwahr blutiger Tag, ein grauenhaftes Gemetzel, aber kein kriegsentscheidendes! (2) Und so rückte er weiter vor, marschierte Mitte September dann praktisch kampflos in Moskau ein. Alexander lieferte ihm seine Hauptstadt aus, ohne sich erneut zum Kampf zu stellen. Aber um Frieden ersuchte er auch nicht - und kurz nach dem Einmarsch brannten große Teile Moskaus ab! Napoleon war nun ratlos - nach den „klassischen“ Regeln hatte er den Krieg gewonnen, aber der Feind ignorierte dies einfach. Ohne ausreichende Verpflegung, ohne feste Winterquartiere und angesichts der schon stark zusammen geschmolzenen Truppen wußte Napoleon keine andere Lösung mehr, als denselben Weg, den er gekommen war, wieder zurückzumarschieren - ein Rückzug im hereinbrechenden Winter, umgeben von Feinden und die eigenen Soldaten schlecht ernährt und ungenügend ausgerüstet. Die Katastrophe war damit vorgezeichnet und sie kam entsprechend: nurmehr rund 10000 seiner Soldaten erreichten Mitte Dezember wieder den Njemen, wo sie weniger als sechs Monate vorher gestartet waren.

Soweit der kurze Überblick über den Verlauf eines Krieges, der nicht mit dem üblichen militärhistorischen Instrumentarium zu beschreiben ist. Die geschlagenen Schlachten waren für das Scheitern dieses Feldzugs fast ohne Bedeutung : so hatte Napoleon, als es (aus seiner Sicht) endlich zur Schlacht bei Borodino kam, schon rund 75 % seiner ursprünglichen Truppenstärke eingebüßt! Im nachfolgenden Bild 2 ist die Entwicklung der Truppenstärke der napoleonischen Armee für die verschiedenen Phasen des Feldzugs dargestellt; die Breite der schraffierten Fläche steht für die Anzahl der Soldaten auf dem Vormarsch nach Moskau, und die Breite der schwarzen Fläche dann entsprechend für die Truppenstärke auf dem Rückzug. Die angegebenen Zahlen bitte nur als In-etwa-Zahlen betrachten! (3)


Was wirklich verblüfft, sind die hohen Verluste schon innerhalb der ersten vier Wochen. Und dies ohne größere Gefechte oder Schlachten. Typischerweise geht solch hoher Schwund auf das Konto von Seuchen, Hunger und Desertionen. Letzteres spielt sicher eine nicht ganz kleine Rolle, wenn man bedenkt, wieviele nicht-französische Soldaten in Napoleons Armee mitmarschierten, und viele davon nicht ganz freiwillig. Aber nach allen vorliegenden zeitgenössischen Berichten sind Hunger und Seuchen die Hauptursachen. Hunger? War Napoleon etwa ohne ausreichenden Versorgungstross einmarschiert? Keineswegs. Napoleon war bekannt dafür, sich auch um kleinste Details, was Ausrüstung und Versorgung seiner Heere anging, zu kümmern. Und für diese - für ihre Zeit - wahrhaft riesige Armee mußte ein entsprechend gigantischer Aufwand getrieben werden: so wurden z.B. allein 18000 Pferde zum Ziehen der 1300 Geschütze bereitgestellt, zwei Brückenbauzüge wurden mitgeführt, zudem hatte jedes Armeekorps noch eigene Pontons im Gepäck. Aber die wichtigste Aufgabe lag in der Verpflegung des Heeres, denn, wie Napoleon selbst erkannte, konnten über 400000 Mann nicht vom Lande, durch das sie (als Eindringlinge!) zogen, ernährt werden. Deshalb traf Napoleon schon Mitte Januar Anordnungen zum Speichern von Lebensmitteln für 40000 Mann auf 50 Tage in Danzig und in den Oder- und Weichselstädten. Zwei große Transporte sollten Mehl und Zwieback nach Wilna bringen. Allein in Danzig wurden 300000 Zentner Mehl und zwei Millionen Zwiebackportionen aufgehäuft. So wurden Tausende von Wagen Mehl und Reis, gezogen von Ochsen, die man dann später zu schlachten gedachte, im Tross mitgeführt bzw. sollten den Nachschub gewährleisten.

Insgesamt betrug der Pferdebestand der Armee etwa 150000 Tiere; unmöglich konnte man auch für alle Pferde ausreichend Futter mitschleppen - man mußte somit für den Feldzug solange warten, bis auf den Wiesen genügend grünes Futter wuchs. Und spätestens hier kommt nun das Wetter ins Spiel! Die beiden folgenden Diagramme (Bild 3) zeigen nun den täglichen Verlauf der Mitteltemperatur von Mai bis Dezember für St. Petersburg und - zum Vergleich - für Uccle nahe Brüssel (sog. „Zentralbelgien-Reihe“, siehe [4]).

Der Mai in St. Petersburg fällt 1812 insgesamt zu kühl aus, wobei er eine recht große Wechselhaftigkeit zeigt: nach gutem Start wird es wieder ziemlich kalt (beinahe 0° als Tagesmittel), zur Monatsmitte dann eine kurze Hitzewelle, gefolgt von kaltem Wetter bis zum Monatsende. Auch in Berlin, Warschau und - hier besonders interessierend - in Wilna fiel der Mai zu kalt aus, in Wilna um 1,6 K [5]. Wohl nicht gerade das richtige Wetter, um saftige grüne Weiden zu erhalten. Auch die erste Junihälfte fällt nicht unbedingt warm aus (zur gleichen Zeit ist das Wetter in Westeuropa wie die Uccle-Reihe zeigt deutlich wärmer) - Napoleon muß noch warten. Und so vergeht auch noch der größte Teil des Juni, bevor das Grasangebot auf den Wiesen endlich für die Riesenmenge an mitgeführten Pferden ausreichend erscheint. Wertvolle Zeit ist dadurch schon verloren, bevor der Feldzug überhaupt begonnen hat!

Am 23. 6. gibt er schließlich den Marschbefehl. Unglücklicherweise regnet es aber (etwa) zwischen dem 21. und 25. Juni ziemlich anhaltend und kräftig. Die Petersburger Temperaturkurve zeigt für diese Tage auch einen recht großen Temperaturrückgang. Bis Anfang Juli blieb es dann ziemlich kalt. Durch den Regen waren alle Wege morastig geworden; das Vorwärtskommen wurde zur Qual, die Soldaten so rasch erschöpft. Die Ochsenkarren blieben stecken, ihre Zugtiere, schlecht gepflegt und ernährt, verendeten in Massen. Schon in diesen ersten Tagen starben über 10000 Pferde, weil sie zuviel nasses Grünfutter fressen mußten. Der Transportdienst auf den Straßen kam zum Erliegen, was zur Folge hatte, dass der Nachschub an Lebensmitteln für die Truppe völlig unzureichend war. Aus dem Umland war auch nichts zu holen, denn die Russen praktizierten bei ihrem Rückzug das Prinzip der „Verbrannten Erde“. So hielt schon nach wenigen Tagen der Hunger seinen Einzug in die napoleonische Armee.

Trotz aller umfänglichen Vorbereitung hatte Napoleon offensichtlich die Schwierigkeiten der Versorgung einer solch großen Armee in Feindesland unterschätzt. Ein schwerer Fehler auch, just in einer solchen Schlecht - Wetter - Phase mit der Invasion zu beginnen; vermutlich trieb ihn die Angst, noch mehr wertvolle Zeit zu verlieren, dazu. Die numerische Wettervorhersage lag noch in weiter Zukunft; er konnte daher nicht wissen, daß nur rund eine Woche später schönstes Sommerwetter Einzug halten sollte! Die Petersburger Reihe zeigt zwischen dem 4. und 11. 7. durchweg Tagesmitteltemperaturen über 20°, am 6. 7. gar 26,3° und am 8. 7. fast ebensoviel - was auf Tagesmaxima weit über 30° schließen lässt! Einige hundert Kilometer südlicher, bei Napoleons Truppen, dürfte es noch heisser gewesen sein - tatsächlich wird nun von großer Hitze und endlos staubigen Straßen berichtet. Eine frische, gut genährte Truppe hätte das nicht weiter gestört (jedenfalls für die sieben Tage Dauer dieser ersten Hitzewelle), aber seine durch Hunger und Anstrengung bereits entkräftete Armee wurde dadurch sehr in Mitleidenschaft gezogen. Die Ernährung basierte fast ausschließlich nur noch auf Fleischnahrung, denn Brot und Hülsenfrüchte waren fast keine mehr verfügbar. Solche Mangelernährung bei gleichzeitig großen Marschstrapazen forderte ihren Tribut: im Schnitt starben täglich mehrere Tausend an Hunger und Erschöpfung. Zudem fanden die Pferde kein Heu mehr, verendeten in Massen und ihre Kadaver blieben an den Straßenrändern liegen und Verwesungsgestank verpestete bald die Luft. Als Folge dieser Zustände zog dann noch die Ruhr ein und raffte zusätzlich Tausende von Soldaten dahin. Und noch war keine einzige Schlacht geschlagen!

Zwischen dem 12. und 26. Juli war es allerdings nicht mehr so heiß - zumindest in St. Petersburg. Und auch die Juli –Monatsmitteltemperatur in Wilna ist nur geringfügig höher als im langjährigen Durchschnitt. Vom 27. Juli allerdings ist in den Feldzugberichten dann als einem sehr heißen Tag die Rede - das Tagesmittel in St. Petersburg ist 17,5° für diesen Tag, was auf Maxima um 25° schließen läßt. Weiter südlich muß es da schon klar heißer gewesen sein - jedenfalls soll Napoleon auf eine an diesem Tag mögliche Schlacht (die er ja eigentlich so dringend suchte!) verzichtet haben, um seine Soldaten nicht in der Gluthitze kämpfen zu lassen. Am nächsten Tag aber waren die Russen nicht mehr da, die Möglichkeit zur „entscheidenden Schlacht“ damit vergeben. Für die kommenden zwei Wochen allerdings wäre auch mit Russen wohl kaum eine Schlacht zu schlagen gewesen, denn eine der größten Hitzewellen, die Russland bis zum heutigen Tag je erlebt hat, nahm nun ihren Anfang! Eindrucksvoll ist dies in der Temperaturkurve von St. Petersburg zu erkennen; am 4. August wurde der höchste Wert mit einem Tagesmittel von sagenhaften 29° erreicht - dies dürfte einer Höchsttemperatur von um die 40° entsprochen haben. Diese 29° sind bis heute die höchste jemals in St. Petersburg gemessene Tagesmitteltemperatur! Ein Blick nach Belgien zeigt aber zur selben Zeit recht kühle Temperaturen (wie die meiste Zeit dieses Sommers über - 1812 gehört ja in Mittel- und Westeuropa zu der Serie viel zu kühler Sommer jener Jahre, siehe Artikel „1816 - Das Jahr ohne Sommer“ (4)).

Bevor wir den weiteren Weg des napoleonischen Heeres durch Rußland verfolgen, hier erst einmal der Versuch, die Großwetterlage über Europa zur Zeit dieser enormen Hitzewelle zu rekonstruieren.

Vor dem Sommer 2003 hätte man ob solcher Temperaturen verwundert und wohl etwas ungläubig die Augen gerieben, aber nun ist uns dieser Typ Sommer wohlbekannt: im August 2003 lag ein weit nach Süden reichender Trog über dem Ostatlantik und ein umfangreiches Hoch über Mittel- und Südeuropa (Omegalage); als Folge davon wurde sehr heiße Luft aus Nordafrika nach Mitteleuropa gepumpt und die 40°-Marke in Deutschland gleich mehrfach überboten. Die Großwetterlage Ende Juli / Anfang August 1812 könnte sehr ähnlich gewesen sein - mit dem allerdings für Napoleon entscheidenden Unterschied, daß diese Druckgebilde nun etwa 1500 - 2000 km nach Osten verschoben waren: Trog über Mittel- und Südeuropa, umfangreiches Hoch über Osteuropa. Nachfolgende Tabelle zeigt für 10 europäische Städte die Abweichungen der Tagesmitteltemperaturen für den August 1812 [5, 6]; gut zu erkennen das Ost-West - Gefälle der Abweichungen, wobei aber auffällt, daß der Übergang von deutlich zu warmem August zu normalem bzw. zu kühlem August auf relativ kurzer Distanz erfolgt (siehe Wilna - Warschau).

Station

August -Abweichung

Station

August -Abweichung

St. Petersburg

+3,5 K

Wien

0,0 K

Wilna

+3,2 K

Budapest

-0,6 K

Warschau

+0,2 K

Mailand

-0,7 K

Stockholm

+1,5 K

Paris

0,0 K

Berlin

-0,5 K

Edinburgh

-0,4 K



Angesichts der spärlichen instrumentellen Meßreihen gerade aus dem Osten und Südosten Europas kann man allerdings nicht sicher von einer Omega-Lage ausgehen. Vonnöten wären die Moskauer Daten und noch zumindest die von ein, zwei südlichen Stationen aus der Ukraine und dem Balkan. Da der August in Budapest etwas zu kalt, in Stockholm aber schon deutlich zu warm ausfiel, gewinnt man den Eindruck, daß der vermutete Mitteleuropatrog weniger Nord-Süd denn NW-SO orientiert war.

Für einige Stationen (in [5] und [6], leider nicht für Wilna und St. Petersburg) gibt es für diesen Sommer auch Regenmessungen (Angaben in % des langjährigen Durchschnitts):

Station/Monat

Mai-Regen

Juni-Regen

Juli-Regen

August-Regen

Warschau

19 %

117 %

104 %

206 %

Uppsala

107 %

141 %

97 %

16,5 %

Mailand

87 %

72 %

123 %

96 %

Paris

82 %

92 %

31 %

92 %

Edinburgh

106 %

107 %

64 %

114 %



Warschau war im August 1812 ziemlich nass, Uppsala dagegen sehr trocken (5) - dies spricht für einen NW-SO orientierten Trog über der Mitte Europas; allerdings ist Mailand nur normalfeucht, ebenso Paris. Zur weiteren Klärung kann man nun noch die Tageswerte des Luftdrucks von Mailand und Stockholm heranziehen [4]; nachfolgendes Bild 4 zeigt die Entwicklung des Drucks vom 20. Juni bis zum 10. September.

Gut zu erkennen ein Einbruch des Luftdrucks in Stockholm um den 23./24. Juni herum - dies entspricht etwa der Regenphase im Raume Wilna (siehe oben) und die Petersburger Temperatur stürzt auch ab. Der fallende Luftdruck im Zeitraum 18. - 25. 7. korrespondiert recht gut zu den kühlen Petersburger Temperaturen im gleichen Zeitraum. Für die große Hitzewelle Ende Juli und in der ersten Augustdekade findet sich allerdings kein sonderlich hoher Druck im Raume Stockholm. Später dann steigt der Druck über Südschweden kräftig an, während aber die Temperaturen in Petersburg deutlich zurückgehen. Offenbar ist die bisher gute Korrelation zwischen Petersburger Temperaturen und Stockholmer Luftdruck nun nicht mehr gegeben. Mögliche Erklärung: Ende Juli baut sich über Nordrussland eine Hochdruckzelle auf (ob es wirklich ein Omega ist bleibt offen) und verlagert sich dann langsam westwärts Richtung Schweden. Ab dem 15. aber fällt der Luftdruck über Schweden wieder, während in Petersburg die zweite (moderate) August-Hitzewelle in die Gänge kommt. Erneute Ostverlagerung des Hochs? Die Mailänder Druckreihe zeigt sehr viel kleinere Schwankungen in diesem Zeitraum als die Stockholmer. Ein markanter Einbruch findet um den 28. 7. herum statt, vier Tage nach dem kräftigen Druckfall im Stockholmer Raum. Ein sich nach Süden ausdehnender Trog? Das spräche für die Omega-Hypothese. Für Edinburgh und Basel liegen noch Monatsmittelwerte des Drucks vor: in Edinburgh 1016 hPa im Juli und 1018 im August, und in Basel in beiden Monaten 1018 hPa. Basel und Mailand scheinen somit recht ähnlichen Luftdruck besessen zu haben, aber wirklich hilfreich sind solche Monatsmittelwerte des Drucks nicht, wenn es um solche Detailfragen geht wie „Bestimmung der Großwetterlage in der ersten Augustdekade“. Zusammengefaßt: eine Art Omegalage über (Nord)Russland wahrscheinlich, aber nicht sicher (vielleicht kann einer der Wetterlagen - Spezialisten, der dies hier liest, mehr bzw. genaueres dazu sagen?). Jedenfalls pünktlich zur Schlacht von Borodino liegt zumindest über Südschweden ein für die Jahreszeit bemerkenswert kräftiges Hoch!

Kehren wir aber nun wieder zum Gang der Ereignisse zurück.

Wunderschönes, trockenes, heißes Sommerwetter - aber für Napoleons Truppen in ihrem stark geschwächten Zustand war dieses Omega eine tödliche Bedrohung. Am 28. Juli erreichte die Armee Witebsk, und angesichts der aufkommenden großen Hitze entschloß sich Napoleon, hier erstmal zu rasten. Bis zum 10. August, also während der gesamten Hitzewelle, blieb man in der Stadt bzw. ihrer Umgebung. Aber gerade während dieser Rasttage sorgte die Kombination aus schier unerträglicher Hitze, schlechtem Wasser und der Ruhr für die bisher meisten Opfer dieses Feldzugs. Zählte man beim Einzug nach Witebsk noch etwa 240000 Mann , so waren es beim Abmarsch nurmehr um die 180000, und in welcher Verfassung diese waren, kann man sich leicht vorstellen. Nach einigen kühleren Tagen wurde dann die letzte Augustdekade wieder ziemlich warm, wenn auch nicht so extrem wie Anfang August. Und jetzt endlich bekam Napoleon die so lange gesuchten Schlachten: eine erste größere bei der Einnahme von Smolensk und dann am 7. 9. die (wohl vor allem durch Tolstois Schilderung in Krieg und Frieden) berühmte Schlacht von Borodino. Letztere forderte rund 25000 Opfer auf französischer und etwa 50000 auf russischer Seite - ohne aber, wie oben schon gesagt, zu einer wirklichen Entscheidung zu führen. Am 14. September wurde Moskau erreicht und kampflos eingenommen. Die Verluste zwischen Smolensk und Moskau (siehe Bild 2) dürften somit etwa gleichermaßen auf Kampfhandlungen und Hunger/Seuchen/Erschöpfung zurückzuführen sein.

Über einen Monat wartete dann Napoleon im abgebrannten Moskau auf ein Friedensangebot des Zaren, aber es kam keines. Jetzt fiel ihm nichts mehr anderes ein, als den Rückmarsch zu befehlen; am 19. Oktober brach die napoleonische Armee mit noch rund 100000 Mann von Moskau zum Heimmarsch auf - viel zu spät, denn nun war klar, daß man es kaum vor Einbruch des Winters schaffen würde, Russland wieder zu verlassen. Und das Wetterpech blieb den Soldaten weiter treu: vom 19. - 23. Oktober regnete es stark, wieder waren alle Wege aufgeweicht und man kam nur mühsam und langsam voran. Zudem war der Rückweg fast identisch mit dem Hinweg, man zog also durch schon weitgehend verwüstetes und ausgeplündertes Land, wo oftmals noch die Toten des Vormarschs unbeerdigt an den Straßen und auf den Schlachtfeldern lagen! Um den 5. November herum erfolgte dann ein erster, massiver Kälteeinbruch (siehe obige Diagramme) mit Höhe- bzw. besser gesagt Tiefpunkt am 14. 11. Die Nachttemperaturen dürften wohl unter –20° gelegen haben. Das ganze zudem verbunden mit dichtem Schneefall. Solchem Wetter war die geschwächte Armee nicht mehr gewachsen: zu essen hatte man nur noch das Fleisch der eigenen Pferde, die auf den schneeglatten Wegen massenweise stürzten und sich die Beine brachen, die Kleidung war solchen Minusgraden keineswegs angepaßt und als Folge davon starben Nacht für Nacht erst hunderte, dann tausende an Kälte und Erschöpfung. Verwundete wurden ihrem Schicksal überlassen und starben am Wegesrand, desgleichen Tausende, die ihre Waffen weggeworfen und die Reihen verlassen hatten - nachts duldete man diese nicht an den Lagerfeuern und sie erfroren. Und man darf nicht vergessen: all dies unter der ständigen Bedrohung durch die russische Armee!


Ab 18. 11. setzte dann Tauwetter ein, gefolgt von mehrtägigem Regen. In St. Petersburg war die Tauwetterphase nur sehr kurz, weiter im Süden aber, wo Napoleons Truppen marschierten, offenbar einige Tage länger. Die fatale Wirkung von Tauwetter und Regen auf Schnee und gefrorenen Boden kann man sich leicht ausrechnen: alle Wege und Straßen verwandelten sich in grundlosen und naßkalten Morast. Kaum mehr ein Vorankommen möglich. Aber die schlimmste Auswirkung dieses Regen-Tauwetters war, daß die schon zugefrorene Beresina, also der Fluß, den die Armee auf ihrem Rückweg überqueren mußte, nun wieder soweit auftaute, daß man sie nicht mehr überqueren konnte. Die ursprünglich vorhandenen Brücken waren von den Russen zerstört worden, so daß man nun gezwungen war, neue Behelfsbrücken zu bauen. Am 25. wurde der Fluß erreicht und man begann sofort mit dem Brückenbau, was nicht leicht war, da ab dem 27. wieder starker Frost einsetzte - zu spät allerdings, um die Beresina noch schnell genug zufrieren zu lassen. Am 27. und 28. erfolgte der Übergang über die beiden Brücken, der aber am 28. durch russischen Artilleriebeschuß und vereinzelte Attacken stark gestört wurde. Szenen des Grauens spielten sich nun auf den Brücken ab, wer ins Wasser fiel war sofort verloren, viele aber wurden auch bei dem ungeheuren Gedränge auf den Brücken erdrückt oder zertrampelt, andere starben direkt durch den russischen Beschuß. Waren es vor dem Übergang noch etwa 50000, so zogen nach dem Übergang nurmehr 28000 weiter Richtung Grenze.

Es war klar, daß es jetzt nur noch um das nackte Überleben ging. So zog Napoleon für sich die Konsequenzen und verließ am 3. Dezember seine Armee - ein luxuriöser Schlitten brachte ihn dann innerhalb weniger Tage aus Rußland heraus und in Sicherheit, während seine Soldaten sich weiter zu Fuß Richtung rettende Grenze schleppen mußten (6). Dieser 3. 12. ist aber nicht nur das Datum der - sagen wir es offen - Fahnenflucht Napoleons, sondern auch der Beginn einer wirklich massiven Kältewelle, wie man auch gut in dem Petersburger Diagramm sehen kann. Dort wurden am 4. 12. schon Tagesmittelwerte von –21° gemeldet, und nach kurzer Milderung wurde es dann noch kälter: -24,2° als Mittelwert am 11. 12., was auf Nachtwerte unter –30° schließen läßt! Um diese Zeit lebten nur noch 4000 der Soldaten, die den Beresina-Übergang bewältigt hatten. Durch Zusammenschluß mit 6000 beim Vormarsch als Nachhut zurückgelassenen Truppen erreichten dann am 13. Dezember noch etwa 10000 zerlumpte und halberfrorene Soldaten die russische Grenze - 10000 von einst über 400000! Und nach den heißesten je in dieser Gegend gemessenen Temperaturen wird so die napoleonische Armee noch leidvoller Zeuge eines weiteren All-Zeit-Rekordes: für Wilna (also genau dort, wo sich die Truppe im Dezember befindet) stellt dieser Dezember den - bis zum heutigen Tage - kältesten jemals registrierte Dezember dar, mit einem Mittelwert von –12,2°, was 8,6° kälter ist als der Langzeit-Mittelwert (1781 - 1998) - fürwahr eine riesige negative und für Napoleons Truppen tödliche Abweichung! Und als wollte „General Winter“ Napoleon bis nach Paris verfolgen, schwappte in den Tagen nach dem 3. 12. diese Kältewelle über weite Teile Europas, bis nach Frankreich und Belgien, wie die Temperaturkurve von Uccle schön zeigt (siehe obiges Diagramm, in Belgien dabei Nachtfröste zwischen –8 und - 10° und Höchstwerte zwischen –5 und 0°). Bittere Ironie, daß die letzte Dezember-Dekade in Rußland wieder deutlich wärmer wurde ...





Auch für November und Dezember kann man nun versuchen, ähnlich wie oben für den Sommer, die herrschenden Großwetterlagen zu rekonstruieren.

Linksstehendes Bild 8 zeigt die Luftdruckentwicklung in Stockholm und Mailand für den Zeitraum 20. 10. - 31. 12. Um den 17. Oktober herum sehen wir tiefen Druck über Stockholm; zwei, drei Tage später fängt der große Regen beim Auszug Napoleons in Moskau an - Verlagerung eines Skandinavientiefs Richtung SO? Der erste große Kälteeinbruch, verbunden mit Schneefällen, um den 5. 11. herum wird von relativ tiefem Luftdruck über Schweden flankiert. Das deutet auf ein Baltikumtief, das auf seiner Rückseite arktische Kaltluft ansaugt. Anders die Lage beim zweiten großen Kaltlufteinbruch Anfang Dezember: über Skandinavien befindet sich nun ein kräftiges Hoch, was die Lage „Hoch Fennoskandien“ als wahrscheinlich erscheinen läßt - allerdings ist just zu dieser Zeit der Luftdruck über Mailand auch relativ hoch anstatt tief, wie es eigentlich bei solch einer Lage zu erwarten wäre. Besser passt da schon die Entwicklung ab dem 11. 12., also zur Hauptphase der Dezember-Kältewelle: kräftiger Druckanstieg über Schweden und ebenso kräftiger Druckfall über Mailand.

Abschließend gibt nachfolgende Tabelle (7) nochmals einen schnellen Überblick über die Abweichungen der Mitteltemperatur für die drei entscheidenden Monate des Feldzugs: für Mai (Vorbereitung und Warten darauf, daß das Gras wächst), August (die große Hitzewelle) und Dezember (die große Kältewelle).


Station/Monat

Mai-Mitteltemp.

Mai-Abweichung

August-Mitteltemp.

August-Abweichung

Dezember-Mitteltemp.

Dezember-Abweichung

St. Petersburg

6,9° C

-2,4 K

19,6° C

+3,5 K

-14,0° C

-8,2 K

Wilna

11,0° C

-1,6 K

20,3° C

+3,2 K

-12,2° C

-8,6 K

Warschau

12,4° C

-1,3 K

17,7° C

+0,2 K

-10,9° C

-8,1 K

Berlin

12,8° C

-1,0 K

17,6° C

-0,5 K

-7,3° C

-8,0 K



Das Fiasko des Jahres 1812 sollte für Napoleon aber im folgenden Jahr eine traurige Wiederholung finden: Durch das Ende der „Grande Armée“ ermutigt, traten Russland, Preußen und schließlich auch Österreich 1813 vereint gegen Frankreich an. Napoleon rüstete aber in aller Eile wieder auf und konnte im Frühjahr 1813 eine neue Riesenarmee von über 600000 Mann ins Feld schicken, diesmal nach Deutschland. Die Gegner hatten ähnlich viele, und alles - über 1, 3 Millionen Soldaten - konzentrierte sich dann auf engem Raum, Sachsen und südl. Brandenburg. Der Sommer 1813 gehörte aber zur Serie schlechter west- und mitteleuropäischer Sommer jener Jahre. Schlechter Sommer + Krieg + Riesenheere = Hungersnot + Seuchen. Und so verlor Napoleon wiederum 2/3 seiner Truppe nicht durch direkte Feindeinwirkung, sondern durch Hunger und Seuchen!

Und ein letztesmal fuhr ihm das Wetter in die Parade bei der Schlacht von Waterloo am 18. 6. 1815 (8): stundenlanger starker Regen in der Nacht vom 17. auf den 18. weichte den Boden so auf, daß Napoleon nicht - wie geplant - früh morgens mit dem Angriff beginnen konnte, sondern es fast Mittag war, als die Schlacht begann. Aber Zeit war an diesem Tag überaus kostbar für Napoleon, da er damit rechnen mußte, daß die Preußen - zwei Tage vorher von ihm besiegt und nach Osten abgedrängt - wieder zurückkämen. Und so passierte es auch - am späten Nachmittag tauchten immer mehr und mehr preußische Verbände auf und griffen in die Schlacht ein, die Napoleon gerade dabei war zu gewinnen - das Ende ist bekannt ...






Anmerkungen

  1. Die Moskauer Reihe hat leider - wie im Text schon erwähnt - für die gesamte napoleonische Ära eine Lücke, jedenfalls die im GHCN-Archiv eröffentlichten Daten. Ich weiß nicht, ob es diesbezüglich noch andere, vielleicht vollständigere Quellen gibt oder ob die Meßwerte wirklich allesamt mit dem Brand Moskaus 1812 verloren gingen. Von Interesse wäre auch eine Tagesreihe von Wilna - auch hier weiß ich nicht, ob eine solche existiert.

  2. Wer sich einen Eindruck davon machen will, wie diese Schlacht ablief, sollte sich den dritten Teil der russischen Verfilmung von „Krieg und Frieden“ (Regisseur: Sergej Bondartschuk) ansehen, falls er die Gelegenheit dazu hat: eine der aufwändigsten, eindrucksvollsten und bedrückendsten Darstellungen dieses Gemetzels, die je auf die Leinwand kamen.

  3. Alle Zahlenangaben zu diesem Feldzug sind mit einer gewissen Vorsicht zu genießen: von Buch zu Buch schwanken hier die Angaben. Angesichts des Chaos, daß schon eine Woche nach Invasionsbeginn in der napoleonischen Armee herrschte, kann es nicht verwundern, daß schon 1812 der Überblick verloren ging. Oft zitiert ist eine ursprüngliche Stärke von 600000 Mann - aber darin enthalten sein dürften dann auch alle flankierenden und als Sicherung bzw. Besatzung zurückgelassenen Truppen; die eigentliche mit Napoleon ziehende Invasionsarmee dürfte im Bereich 450000 +/- 30000 gelegen haben.

  4. siehe Link "Das Jahr ohne Sommer" oben bzw. unten auf dieser Seite

  5. Gerade bei der Frage, ob in einer Region ein Sommer feucht oder trocken ausfällt, bräuchte man möglichst viele Regenmessungen aus dieser Region; denn was bedeutet es schon, daß Warschau im August viel Regen hatte? Vielleicht nur die Folge eines einzigen starken Gewitterschauers, während es im Rest Polens den ganzen Monat über knochentrocken war? Bedauerlicherweise gibt es aus diesen frühen Zeiten der instrumentellen Wetterdaten-Messungen nur sehr wenige Niederschlagsmeßreihen, was etwas verwundert, denn im Prinzip ist es viel schwieriger, die Temperatur halbwegs korrekt zu messen als einfach einen Eimer in den Garten zu stellen und damit den Regen aufzufangen und nachzumessen!!!

  6. An diesem Tag veröffentlichte Napoleon auch das letzte Bulletin dieses Feldzuges, das mit dem berühmt - berüchtigten Satz endete: „Die Gesundheit Ihrer Majestät ist nie besser gewesen.“ Das klingt angesichts der Lage seiner Soldaten aufs äußerste zynisch, aber gedacht war diese Botschaft für Paris, wo Gerüchte über seinen angeblichen Tod umliefen und die Gefahr einer Revolte bestand. Dem wollte Napoleon entgegentreten und daher auch sein Verlassen der Truppe! Trotzdem: zum zweiten Mal nach 1799 ließ er damit seine Soldaten im Stich.

  7. Die Abweichungen beziehen sich immer auf die über die gesamte Dauer der jeweiligen Meßreihe gebildeten Monatsmittelwerte, unter Benutzung von [5] und [6]

  8. Sergej Bondartschuk hat auch einen Spielfilm über diese Schlacht gedreht: „Waterloo“; ebenfalls eindrucksvolle Massenszenen - die Luftaufnahme vom Angriff der französischen Kavallerie auf die britischen Karrees hat Kinogeschichte geschrieben -, aber hier dominiert doch sehr der reine Schaueffekt.




Benutzte Literatur / Online-Quellen

[1] August Fournier: Napoleon I., Band III, Wien 1922, Neuauflage Phaidon-Verlag - Anmerkung: nicht gerade das neueste Werk, was Detailreichtum und Sachlichkeit angeht aber immer noch eines der besten, die ich kenne.

[2] Paul Britten Austin: Napoleon's Invasion of Russia, Greenhill Books, London, 1993 - Anmerkung: voluminöses Werk (über 1100 Seiten), das hauptsächlich aus Augenzeugenberichten zusammengestellt ist - wenn ich es einmal vollständig gelesen habe (und nicht wie bisher nur in Auszügen), wird wohl eine Überarbeitung dieses Artikels fällig sein :-))

[3] Ernst Klitscher: Michel Ney, Buchverlag Saarbrücker Zeitung, 1993 - Anmerkung: dies ist eine Biographie des bekannten napoleonischen Marschalls Michel Ney, eines waschechten Saarländers (wie ich auch) - schon von daher  ein Muß, aber auch deshalb, weil Michel Ney 1812 die Nachhut befehligte und bis zum bitteren Ende (13. 12.) bei der Truppe blieb

[4] D. Camuffo, P. Jones (Hrsgb.): Improved Understanding of Past Climatic Variability from Early Daily European Instrumental Sources, Kluwer Academic Publishers, 2002 - Anmerkung: sehr schönes und nützliches, aber teures Buch; wesentlich: die beigefügte CD mit allen Tagesdaten von sieben der längsten europäischen Meßreihen!

[5] NCAR Research Data Archive, http://dss.ucar.edu/ - Anmerkung: die Sektion „Freie Datensätzeist wirklich reichhaltig, darin findet sich auch der hier benutzte Satz mit Monatsmitteltemperaturen.

[6] GHCN-Klimaarchiv, http://www.ncdc.noaa.gov/cgi-bin/res40.pl/




Bildnachweis

Bild 1: von mir erstellt, unter Benutzung von Angaben aus [2] und [3]

Bild 2: von Charles Joseph Minard, 1861, abgedruckt in [2], von mir umgezeichnet zwecks besserer Bildschirmdarstellung

Bilder 3, 4, 8: von mir erstellt, unter Benutzung der Daten aus [4]

Bild 5: Lithographie von V. Adam, entdeckt in einem 30 Jahre alten Schulbuch von mir ...

Bild 6: Gemälde von Adolphe Yvon, Musée de Versailles

Bild 7: Internet - Fund, ohne Quellenangabe



© Wolfgang Rammacher, Januar 2004 / Dezember 2011
    E-Mail: wrammacher@online.de

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